Seilereimuseum in Schöningen

 

 

 

Das Seilereimuseum in Schöningen zeigt ein fast vergessenes Handwerk...

 

Das Seilereimuseum ist Zeuge einer anderen Zeit und auch einer teilweise anderen Welt. Es erweckt mit Hilfe von verschiedenen Ausstellungsstücken das Vergangene zu neuem Leben....

Ein Seil ist ein Gegenstand, den alle kennen und garantiert schon einmal benutzt haben. Man kann sich heute im Zeitalter der Technik kaum noch vorstellen, wie schwer doch die Arbeit eines Seilermeisters noch vor etwa 50 Jahren gewesen sein mag. Beschwerliche körperliche Arbeit war notwendig, um die verschiedenen Seile anzufertigen. Seile wurden damals per Hand auf sogenannten Seilerbahnen gedreht. In der heutigen Zeit erfolgt die Herstellung mit Hilfe von Seilschlagmaschinen.

Das Seilereihandwerk besitzt in Schöningen eine sehr lange Tradition. Die frühere Bedeutung zeigt sich vor allem in der Existenz einer eigenen Gilde, die am 1. August 1729 eingerichtet wurde. Wahrscheinlich war der spätere Rückgang an Seilermeistern ausschlaggebend für die Auflösung dieser Seilergilde...

Eine der wenigen Seilereien, die bis in die Gegenwart erhalten blieb, ist der Familienbetrieb Seilerei Danzfuß Wengler Lutze, der vor 200 Jahren von Jakob Danzfuß gegründet wurde. Walter Lutze führte den Betrieb in der achten Generation bis 1995 fort...

Durch die Zusammenarbeit mit der Stadt Schöningen erfüllte sich für Walter Lutze sein Traum, ein eigenes kleines Seilereimuseum zu errichten, da ihm der Beruf im Laufe seines Lebens zur Leidenschaft geworden ist.

Das Schöninger Seilereimuseum, welches im Torhäuschen des Schöninger Schlosses untergebracht ist, versetzt mit seinem besonderen Charme die Besucher zurück in eine längst vergangene Zeit. Die Gäste des Museums werden in die Welt der Handseilerei eingeführt, indem Walter Lutze während seiner Führungen den Museumsbesuchern die Fertigkeiten des Seilerhandwerks erklärt und auch zahlreiche kleine Geschichten rund um das Familienunternehmen erzählt. Seine Beschreibungen werden durch die ausgestellten Handwerksgeräte und Produkte – darunter auch ehemalige Meisterstücke – zusammen mit zahlreichen Dokumenten und Fotos über das alte Handwerk veranschaulicht. Die meisten Geräte und Erzeugnisse kommen aus der eigenen Seilerei und sind zum Teil bis zu 200 Jahre alt. Eine alte Spinn- und Schnürmaschine, Spinnhaken, Spleißnägel, Netznadeln und –hölzer, eine Hanfwaage, eine Knäuelwickelmaschine und noch einiges mehr stellt Herr Lutze in dem Seilereimuseum aus.

Als Museumsbesucher kann man selbst ein Seil aus vier Litzen, die vorher ebenfalls von Hand gefertigt wurden, herstellen und als Andenken an die Vorführungen der Handseilerei mitnehmen.

Das Museum öffnet seine Türen
jeden Mittwoch von 15 bis 17 Uhr,
jeden Sonntag zwischen 10.30 und 12.30 Uhr.

http://www.schoeningen.de/tourismus/sehenswertes/seilereimuseum/